Visayas

Sie wirken verschlafen, und das können sie sich offenbar leisten. Im Paradies hat es keiner nötig, sich für den Lebensunterhalt die Beine auszureissen. Die Kopra wächst auf den Palmen, das Essen kommt aus dem Meer, Zucker und Salz rösten die Sonne. Paradiesisch sind sie, die Visayas, jene abertausend Inseln und Eilande südlich von Luzon. Hier, am Strand von Samar, hatte im Jahr 1521 Ferdinand Magellan nach seiner abenteuerlichen Pazifiküberquerung Anker geworfen. Der Spanier Ruy Lopez de Villalobos kam 22 Jahre später und nannte die Insel Felipinas, um Spaniens König Philip II. zu eheen. Und so erhielten die Philippinen ihren Namen. Fans der Insel behaupten, dass es nirgendwo auf der Welt schönere Strände gebe als in den Visayas und das nirgendwo anders das Meer so blau und kristallklar sei. Man braucht nicht einmal zu tauchen, um die Wunder der bizarren Korallenriffe zu bestaunen.

Die Menschen der Visayas, die Bisaya, leben vom Meer, von den Meeresfrüchten und dem Handel, der über das Meer kommt. Die Zuckerbarone, die Grossgrundbesitzer, die die süssen Inseln beherrschen, leben von den Menschen, den vielen landlosen Arbeitern, die bei ihnen der Fron stehen. In die Visayas reist man zum Faulenzen. Zu sehen gibt es spanisches Ambiente, alte Städte, Plazas und Kirchen.

Reisen tut man in den Visayas mit Schiffen. Von Insel zu Insel sind es meist nur zwei bis drei Stunden. Wer jedoch den oft überfüllten Seelenverkäufern nicht traut, kann auch fliegen.

Gelegentlich stört ein Taifun das Idyll des Paradieses, verbreitet Tod und Zerstörung. Was wir schon mal Live miterleben könnten. Die Bisaya haben damit zu leben gelernt. Wie bei allem, was ihre südliche Gelassenheit stört, decken sie auch Katastrophen mit ihrem Fatalismus zu. ( Bahalana = Da kann man nichts machen) Im Taifunnest Samar sind die Häuser wetterfest aus Stein gebaut, um den jahrein, jahraus wütenden Naturgewalten Widerstand zu leisten.